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Türkei

Streckensperrungen Türkei

4 gemeldete Sperrungen in der Türkei – mit voraussichtlichem Ende, dazu Streckenzustand und Gefahrenstellen.

Aktuell gesperrt

Strecke / StelleWas & warumBis wann
Ovit Geçidi – alte Passstraße Rize – İspir – Erzurum (2.640 m)Nach Angaben der Karayolları Genel Müdürlüğü (KGM, staatliche Straßenverwaltung) war die Strecke Rize – İspir – Erzurum über den Ovit-Pass wegen starker Schneefälle und Lawinen jeden Winter fünf Monate für den Verkehr gesperrt. Seit der Freigabe des Ovit-Tunnels am 13. Juni 2018 läuft der Durchgangsverkehr ganzjährig durch den Tunnel.Wintersperre rund fünf Monate; Tunnel ganzjährig offen
Zufahrtsstraße zum Gipfel des Nemrut Dağı (Adıyaman / Kâhta)Die Straßen zum Gipfel des Nemrut Dağı sind den ganzen Winter über durch Schnee gesperrt. Die Freigabe erfolgt zum Saisonstart nach Räumung; 2026 wurde die Strecke am 4. April wieder geöffnet, begleitet von der Behörde für Naturschutz und Nationalparks (Doğa Koruma ve Milli Parklar).Wintersperre, Öffnung Anfang April
Zigana Geçidi – alte Passstraße Trabzon – GümüşhaneAuf der alten Route über den Zigana-Pass wurde der Verkehr laut Karayolları Genel Müdürlüğü (KGM) unter Winterbedingungen regelmäßig unterbrochen. Seit Eröffnung des neuen Zigana-Tunnels am 3. Mai 2023 führt die Straßenverwaltung den Durchgangsverkehr durch den Tunnel.Wintersperre auf der alten Passstraße; Tunnel ganzjährig offen
Zufahrt zur Nemrut-Caldera / Kratersee oberhalb von Tatvan (Bitlis)Die Zufahrt zur Nemrut-Caldera ist jeden Winter durch meterhohen Schnee gesperrt und wird erst nach der Räumung durch die Winterdienst-Teams wieder freigegeben. 2026 erfolgte die Öffnung Ende Mai, stellenweise durch bis zu zehn Meter hohe Schneewände.Wintersperre, Öffnung meist Mai

Stand: 30.07.2026 · Tagesaktuelle Lage vor der Tour über den Verkehrswarndienst prüfen.

Streckenlage

Tempolimits, HGS-Maut und Streckenzustand in der Türkei

Die Türkei fährt sich anders als Mittel- oder Südeuropa. Recht, Risiken und Streckenzustand weichen vor allem abseits der Touristenküste vom gewohnten Bild ab.

Tempolimits und Verkehrsregeln

Für Motorräder gelten in der Türkei eigene, etwas niedrigere Tempolimits als für Pkw: 50 km/h innerorts, 80 km/h außerorts, 90 km/h auf Schnellstraßen und 100 km/h auf der Autobahn. Der Helm ist für Fahrer und Sozius gesetzlich vorgeschrieben und wird von der Verkehrspolizei (Trafik Polisi) kontrolliert. Die Promillegrenze liegt bei 0,5 Promille; mit Anhänger oder Gespann gilt 0,0 Promille, ab 1,0 Promille drohen empfindliche Strafen bis hin zur Haft. Bei eigener Anreise ist die grüne Versicherungskarte mit Eintrag TR Pflicht. Deckt sie den asiatischen Teil der Türkei nicht mit ab, wird an der Grenze eine Versicherung fällig.

Maut: das HGS-System

Die Türkei kennt keine Vignette, dafür streckenabhängige Maut auf Autobahnen, den drei Bosporus-Brücken in Istanbul, der Osmangazi-Brücke und im Avrasya-Tunnel. Bezahlt wird elektronisch über das HGS-System (Hızlı Geçiş Sistemi): ein RFID-Aufkleber, den es bei der Post (PTT), an Raststätten und an manchen Tankstellen gibt; das Guthaben wird automatisch abgebucht. Barzahlung an der Mautstelle ist meist nicht möglich. An Mietmotorrädern ist HGS in der Regel bereits installiert; die gefahrene Maut rechnet dann der Vermieter ab.

Streckenzustand und Gefahren

Auf den Hauptachsen und an der Küste ist der Asphalt gut. Im Landesinneren und in den Bergen wird es rauer: Türkische Straßenbauer streuen oft eine grobe Schicht aus Splitt und Teer auf – frisch verlegt ist die rutschig, bis sich der Splitt gesetzt hat. In abgelegenen Tälern gibt es Schlaglöcher, gelegentlich nur mit einer Kiste am Rand markiert. Nachtfahrten bleiben besser die Ausnahme: unbeleuchtete Fahrzeuge, Vieh und Fußgänger auf der Fahrbahn sind nach Einbruch der Dunkelheit an der Tagesordnung. In den Bergen schlägt das Wetter schnell um, und in den hinteren Tälern reicht der Mobilfunk nicht überall hin – die Route bleibt deshalb besser bei jemandem zu Hause hinterlegt.

Unterwegs im Land: Fotografieren, Ramadan und Kleidung

Die Türkei ist ein muslimisch geprägtes Land. An den touristischen Badeorten fällt das kaum auf, doch sobald die Tour ins Landesinnere führt – und genau dort liegen die schönsten Strecken – lohnt es sich, Verhalten und Kleidung den örtlichen Gepflogenheiten anzupassen. In Dörfern des Taurus oder Ostanatoliens ist man als Fremder schnell Gesprächsthema; wer aus der Kombi steigt und lange Hose und Ärmel anbehält, kommt entspannter durch.

Fotografieren: Das ist der Punkt, an dem Motorradreisende am ehesten anecken. Militärische und andere der Sicherheit dienende Einrichtungen, Grenzanlagen sowie Angehörige der Sicherheitskräfte dürfen nicht fotografiert werden – im Osten des Landes stehen solche Anlagen auch mal unauffällig an der Landstraße. Auch an Friedhöfen, religiösen Stätten und privaten Anwesen kann die Kamera negative Reaktionen auslösen. Im Zweifel: Motor aus, fragen, dann erst auslösen.

Ramadan: Im Fastenmonat sollte man wissen, dass außerhalb der Touristengebiete Essen, Trinken und Rauchen tagsüber nicht überall geduldet werden. Die Tankstellenpause mit Brötchen und Zigarette verlegt man in diesen Wochen besser ins Fahrzeug oder hinter die nächste Kurve.

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